Blog | Cyber Security | Publiziert am 27. März 2026

Verfasst von: Jens Albrecht

In vielen Gesprächen kommt die Frage sehr früh:
«Wir wollen ein ISMS aufbauen – welches Tool empfehlen Sie?»

Und oft denke ich mir: Wenn diese Frage am Anfang steht, läuft das Projekt ziemlich sicher in die falsche Richtung.

Wir greifen dieses Thema in den nächsten Wochen in mehreren kurzen Beiträgen auf – genau diese typischen Einstiegsfragen und Denkfehler rund um den Aufbau eines ISMS.

Ein ISMS beginnt nicht mit einem Tool. Es beginnt mit Klarheit. Klarheit darüber, was überhaupt geschützt werden soll, welche Risiken wirklich relevant sind und wer im Unternehmen Verantwortung übernimmt. Vor allem aber braucht es eine Vorstellung davon, wie das Ganze im Alltag funktionieren soll.

Genau dort liegt oft das eigentliche Problem. Viele Unternehmen erwarten von einem Tool, dass es Struktur schafft, sie audit-ready macht oder dass das Thema danach „irgendwie läuft“. In der Praxis passiert aber häufig das Gegenteil: Es wird ein Tool eingeführt, bevor die Grundlagen stehen.

Und dann wird es mühsam.

Plötzlich gibt es zusätzliche Komplexität, Unsicherheit im Team und Daten, die zwar im Tool erfasst sind – aber im Alltag kaum jemand nutzt. Das Tool ist da, aber das ISMS funktioniert trotzdem nicht.

Ein Tool entfaltet seinen Nutzen erst dann wirklich, wenn die grundlegenden Fragen geklärt sind: Wie gehen wir mit Risiken um? Welche Prozesse gibt es? Wer treibt das Thema voran? Wenn diese Basis steht, kann ein Tool sinnvoll unterstützen – bei der Dokumentation, der Nachvollziehbarkeit und auch bei der Skalierung.

Die entscheidendere Frage ist deshalb nicht: Welches Tool sollen wir einsetzen?, sondern: Wie bauen wir ein ISMS auf, das in unserem Unternehmen tatsächlich funktioniert?

Die Tool-Entscheidung ergibt sich daraus oft fast von selbst – und ist dann auch deutlich nachhaltiger.

Wir erleben regelmässig, dass genau dieser Perspektivenwechsel den Unterschied macht. Nicht das Tool entscheidet über den Erfolg eines ISMS, sondern ob es im Unternehmen verstanden, getragen und gelebt wird.

Und was heisst das konkret?

Wenn Sie aktuell vor dem Aufbau eines ISMS stehen – oder bereits mittendrin sind – lohnt sich ein kurzer Schritt zurück:

Stehen die Grundlagen wirklich?
Oder wird versucht, Struktur über ein Tool zu erzwingen?

Diese Unterscheidung ist oft entscheidend dafür, ob ein ISMS später funktioniert – oder einfach nur existiert.

Wenn Sie das für Ihre Situation einmal einordnen möchten, lohnt sich ein kurzer Austausch. Sprechen Sie dazu gerne direkt mit Jens Albrecht.