Blog | Health | 11. April 2024

Verfasst von: Claudia Stadler

Was beschäftigt das Gesundheitswesen bei der Gestaltung der digitalen Transformation mit Fokus auf Menschen und Organisationen? Das haben wir die Teilnehmenden unseres Referats am Swiss eHealth Forum 2024 gefragt. Die Antworten: Halbherzige Digitalisierungsversuche, Silos in den medizinischen Expertenorganisationen und undurchsichtige Prozesse sind die grössten Knacknüsse auf dem Weg zu einer umfassenden digitalen Transformation des Gesundheitswesens.

Die Lösungen sind so vielfältig wie die Organisationen im Gesundheitswesen. Einige Leitplanken möchten wir aber im nachfolgenden Blog umreissen.

Halbherzige Digitalisierung

Digitalisierung ist Mittel zum Zweck und Digitalisierungsvorhaben müssen immer im Gesamtkontext der Organisation betrachtet werden. Viel zu häufig werden jedoch die Auswirkungen auf Organisation und Mitarbeitende unterschätzt und die knappen Mittel auf die technische Umsetzung priorisiert. Die Folgen? Das volle Wirkungspotential der digitalen Tools kann nicht ausgeschöpft werden und die erwarteten Effizienzgewinne und Entlastungen bleiben aus.

Doch auch für Digitalisierungsinitiativen gilt: Letztlich steht die Patientenversorgung und -sicherheit im Fokus, nicht die technische Machbarkeit. So muss Digitalisierung denn auch ganzheitlich von den Betroffenen und den zu optimierenden Prozessen her gedacht werden. Und nur ein frühzeitiger Einbezug der Betroffenen stellt eine hohe Akzeptanz und damit letztlich die Wirkung der Digitalisierung sicher.

Silos in Expertenorganisationen

In den hochspezialisierten Expertenorganisationen des Gesundheitswesens arbeiten Teams und Abteilungen oft isoliert und haben eine nach innen gerichtete Perspektive. Dies beeinträchtigt die Koordination und Kommunikation, die doch so essentiell sind für ein positives Patientenerlebnis.

Um dieser isolierten Arbeitsweise entgegenzuwirken, ist es entscheidend, Grenzen aufzubrechen und gegenseitige Einblicke zu ermöglichen. Effektive Kommunikationskanäle müssen geschaffen werden. Hierbei kann der Einsatz digitaler Kollaborationstools hilfreich sein. Und welchen Beitrag leisten eigentlich unterschiedliche Zielsetzungen, Leistungs- und Belohnungssysteme zur Silobildung? Eine kritische Reflektion dazu und die Umsetzung notwendiger Anpassungen ist essentiell, um die Zusammenarbeit nachhaltig zu verbessern.

Undurchsichtige Prozesse

Die Prozessvielfalt und -varianten in Gesundheitsinstitutionen erschweren oft die Implementierung von Digitalisierungsprojekten, insbesondere wenn kein angemessenes Prozessmanagement vorhanden ist. Die fehlende Vernetzung von Lösungen und Systemen sowie Unklarheiten bei den Mitarbeitenden führen häufig zu Ineffizienzen im digitalen Transformationsprozess.

Dem kann ein gelebtes Prozessmanagementsystem entgegenwirken, das allen Mitarbeitenden Zugriff ermöglicht und in dem sie aktiv mitwirken können. Eine Prozessstandardisierung ist dabei unerlässlich, um klare Abläufe innerhalb grosser Organisationen zu gewährleisten. Vor und nach jedem Projekt sollte eine umfassende Prozessanalyse und Bewertung durchgeführt werden, um etwaige Schwachstellen zu identifizieren und zu beseitigen. Und es wird zunehmend entscheidend sein, den digitalen Reifegrad von Prozessen regelmässig zu messen, um den Fortschritt zu verfolgen und kontinuierlich zu optimieren.

Die erwähnten Knacknüsse kommen Ihnen bekannt vor? Sie sehen Handlungsbedarf und möchten Lösungsansätze in konkreten Vorhaben umsetzen? Unsere CSP Experten helfen Ihnen gerne bei der Analyse, der Erstellung massgeschneiderter Vorgehensweisen und der Umsetzung ihrer Initiativen. Gemeinsam knacken wir die Digitalisierung im Gesundheitswesen!