CSPnews | Success Story | Schutz und Sicherheit | Publiziert am 19. August 2025

Feuerwehren sind tragende Säulen der kommunalen Sicherheit – doch auch sie stehen zunehmend unter Druck. Steigende Anforderungen, infrastrukturelle Herausforderungen und sinkende Bereitschaft zum freiwilligen Engagement zwingen viele Gemeinden zum Umdenken. Die Gemeinde Hauptwil-Gottshaus und die Stadt Bischofszell haben diese Zeichen der Zeit erkannt – und gemeinsam mit der CSP den Weg zur Fusion mutig und erfolgreich gemeistert.

Verfasst von: Claude Brunner
Herausforderungen aktiv angehen: Wenn Zusammenarbeit zur Notwendigkeit wird

In beiden Gemeinden war die Ausgangslage vergleichbar: Hohe Infrastrukturkosten auf der einen Seite und ein rückläufiges Interesse am Feuerwehrdienst auf der anderen stellten die Einsatzfähigkeit und Sicherheit zunehmend in Frage. Gleichzeitig wuchsen die Anforderungen – etwa durch die fortschreitende Digitalisierung, neue Risikoszenarien oder steigende Erwartungen an Professionalität und Reaktionsschnelligkeit. Auch gesellschaftlich veränderten sich die Rahmenbedingungen spürbar: Das freiwillige Engagement nimmt ab, immer weniger Menschen sind bereit, sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich zu engagieren. Besonders die Feuerwehren bekommen diese Entwicklung deutlich zu spüren – sowohl bei der Rekrutierung neuer Mitglieder als auch bei der Besetzung von Führungspositionen.

Der Weg zur Fusion: Von der Idee zum Zweckverband

Um Lösungen zu finden, wurde eine breit abgestützte Projektgruppe gegründet – mit Vertretungen aus den Gemeinderäten und den Feuerwehrkommandos beider Gemeinden. Ziel war es, ergebnisoffen verschiedene Kooperationsmodelle zu prüfen und die beste Lösung für die Zukunft zu entwickeln. Über einen Zeitraum von rund 1,5 Jahren analysierte die Gruppe unter der Leitung der CSP unter anderem:

  • verschiedene Zusammenarbeitsformen und deren Vor- und Nachteile
  • Anforderungen an Standorte, Infrastruktur und Logistik
  • rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen
  • Möglichkeiten zur aktiven Einbindung der Feuerwehrkommandos, der Feuerwehrangehörigen und der Bevölkerung

In Workshops und Gesprächen kristallisierte sich heraus: Ein gemeinsamer Zweckverband bietet die grössten Chancen, Synergien zu nutzen, die Tagesverfügbarkeit sicherzustellen und Ressourcen effizient einzusetzen – ohne dass lokale Identitäten verloren gehen.

Die CSP als neutrale Moderatorin zwischen Sachlichkeit und Emotion – und der Weg zu einem klaren Ja

Die CSP AG begleitete die Projektgruppe mit methodischer Klarheit, strategischem Weitblick – und einem geschulten Blick für die oft unterschätzten politischen und gesellschaftlichen Aspekte. Denn gerade diese sind bei Fusionsvorhaben häufig ausschlaggebend für Akzeptanz oder Ablehnung. So zeigte sich auch in Hauptwil-Gottshaus früh Widerstand: Eine eigens gegründete Interessengemeinschaft sammelte rund 180 Unterschriften für den Erhalt der lokalen Feuerwehrstruktur – weniger aus Effizienzbedenken, sondern aus Sorge um Identität und Eigenständigkeit.

Durch eine neutrale Moderation, transparente Kommunikation und partizipative Einbindung aller Anspruchsgruppen gelang es der CSP den Dialog zu versachlichen und Vertrauen aufzubauen. Das Resultat: An der Gemeindeversammlung der Gemeinde Hauptwil-Gottshaus stimmte eine klare Mehrheit der Bevölkerung dem Zusammenschluss zu – 179 Ja-Stimmen bei 48 Nein-Stimmen. Ein deutliches Zeichen dafür, dass Fusionsprojekte gelingen können, wenn neben strukturellen Fragen auch die emotionale und gesellschaftliche Ebene ernst genommen wird.

Mit dem Zweckverband Sitter-Thur gut gerüstet für die Zukunft

Mit dem Start des Zweckverbands auf den 1. Januar 2026 schlagen die Feuerwehren von Hauptwil-Gottshaus und Bischofszell ein neues Kapitel auf. Sie sichern damit nicht nur ihre Einsatzfähigkeit, sondern stärken auch ihre Attraktivität für neue Mitglieder, verbessern die Ausbildungsmöglichkeiten und schaffen finanzielle sowie operative Entlastung. Der Verband vereint das Beste aus zwei Welten – und beweist, dass Kooperation mehr ist als ein Kompromiss: Sie ist eine echte Zukunftschance.

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