Der Blick von aussen ist eine Chance zum Lernen
Der Einsatz von externen Fachpersonen für Projekte, temporäre Fachaufgaben oder Interimsleitungen ist weit verbreitet. Zum Ende des Mandats wird in der Regel ein Bericht erstellt oder ein Schlussgespräch durchgeführt, jeweils mit engem Bezug zur Aufgabenstellung. Das ist wichtig für den Abschluss des Mandats. Aber da wäre noch mehr drin.
Die externen Mitarbeitenden tauchen für eine bestimmte Zeit in die Organisation ein, erleben Zusammenarbeit, Kommunikation und gemeinsame Ausrichtung von innen. Dabei fallen ihnen Dinge auf, die von den internen Mitarbeitenden längst als «gegeben» gelten. Meist bleibt dieser Erkenntnisschatz ungenutzt. Sobald das Mandat endet, verschwindet der Blick von aussen. Die Chance zu lernen, geht verloren.
Beobachtungen zur Organisation gezielt abfragen
Diese Erfahrung haben wir auch bei unseren Kunden im Rahmen von Beratungsmandaten und in der Leitung von Kundenprojekten gemacht. Als externe Fachpersonen erleben wir die Strukturen und Abläufe der Organisation im Alltag. Gleichzeitig sind wir doch Aussenstehende und können so leichter erkennen, wenn sich diese von den offiziellen Darstellungen und dokumentierten Prozessen unterscheiden. Muster und besondere Merkmale sehen wir im Vergleich zu anderen Organisation und können sie damit relativieren.
Für lernende Organisationen sind Beobachtungen «von aussen» eine Gelegenheit zur Weiterentwicklung. Sie können Impulse bieten und den Blick schärfen. Wir haben darum angefangen, zum Abschluss von grösseren Mandaten auch einen kurzen Blick zurück anzubieten: auf Wunsch der Kunden fragen wir die Beobachtungen unserer Mitarbeitenden zur Organisation ab und erstellen dazu einen kurzen Bericht.
Wir passen die Fragen jeweils auf die Rolle und das Einsatzgebiet der externen Fachperson an. Bewährt hat sich, drei wichtige Führungsfelder besonders zu beleuchten:
- Wo bleiben Entscheidungen hängen oder ist Verantwortung diffus?
- Wie wirksam sind die Führungsinstrumente und wo geht Energie verloren?
- Wie wirken Zusammenarbeit, Kommunikation und Kultur im Alltag wirklich?
Wichtige Trennung von Beobachtung und Bewertung
Wir starten den Blick zurück immer mit einer Sammlung von unseren Beobachtungen, bevor wir diese interpretieren und mögliche Ursachen und Muster herausarbeiten.
Zusammen mit den Führungspersonen oder der Geschäftsleitung können auf diese Weise aus Beobachtungen Erkenntnisse abgeleitet werden, ohne in Rechtfertigungen zu verfallen. Wir verstehen unsere Beobachtungen als Einladung, die eigene Organisation bewusster zu gestalten. Zu lernen von anderen und Schritt für Schritt wirksamer zu führen.
Damit entsteht ein professioneller Spiegelprozess. Ehrlich, respektvoll und zukunftsorientiert.
Haben Sie Lust, den externen Spiegel auszuprobieren?
Wenn Sie herausfinden möchten, wie Sie den Einsatz externer Mitarbeitenden für das Lernen Ihrer Organisation mit wenig Aufwand nutzen können, nehmen Sie mit Ursula Berset oder Claudia Stadler Kontakt auf.