Wenn jemand im Team einen Fehler macht, was passiert dann? Wird geschwiegen? Mit den Augen gerollt? Oder entsteht ein ehrliches Gespräch? Bei der CSP wollen wir Letzteres. Nicht nur, weil es sich menschlicher anfühlt – sondern weil es nachhaltiger ist. Psychologische Sicherheit ist kein Nice-to-have, sondern Voraussetzung dafür, dass Menschen Ideen teilen, Fragen stellen und Verantwortung übernehmen.
Doch was heisst das konkret? Und wie schaffen wir diese Sicherheit im Alltag?
Wenn Verletzlichkeit Struktur bekommt
Psychologische Sicherheit beginnt dort, wo Menschen sich zeigen dürfen – mit Zweifeln, mit Fehlern, mit unkonventionellen Ideen. Bei CSP heisst das: Du darfst sagen «Ich habe keine Ahnung», ohne dass du belächelt wirst. Stattdessen wirst du eingeladen, gemeinsam zu lernen. Dieses Grundvertrauen ist nicht nur Haltung, sondern auch Struktur.
Ein Beispiel dafür ist Holaspirit – unser Tool zur Rollen- und Organisationsentwicklung. Dort können sogenannte «Sparks» eingebracht werden: mit dem Ziel, die Organisation zu entwickeln oder weiter zu optimieren. Diese werden nicht irgendwann und irgendwo besprochen, sondern bewusst im Circle oder in der zuständigen Unit diskutiert. Die Sparks schaffen bewusst Raum für Reflexion, Diskussion und Mitgestaltung. Niemand muss auf den «richtigen Moment» warten oder sich erst durchsetzen, um Gehör zu finden. Alle können sich jederzeit einbringen – auch mit leisen Ideen.
Diese Kultur ermutigt: Sie motiviert, Verantwortung zu übernehmen, Neues anzustossen, eigene Anliegen sichtbar zu machen. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „United“ – initiiert vom Marketing. Es bringt Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, um Themen wie Diversität, Inklusion und Chancengleichheit aktiv zu diskutieren und gemeinsame Impulse zu setzen. Aus Eigeninitiative. Aus Haltung. Aus dem Wunsch heraus, einen Unterschied zu machen.
Die Geschichte von «United» ist eng mit dem Beitrag »Unsere Vielfalt ist kein Zufall« von Madeleine Grawehr, unserer People Operations (POPS), verbunden. Darin wird deutlich: Unterschiedlichkeit ist bei CSP kein Hindernis, sondern unsere Chance. Wir wollen nicht trotz, sondern wegen unserer Vielfalt miteinander arbeiten. Genau darin zeigt sich psychologische Sicherheit: Wenn Menschen sich mit ihren Perspektiven einbringen dürfen – und wenn daraus neue Strukturen entstehen.
Was wir konkret tun, um psychologische Sicherheit zu leben
Ausgewählte Beispiele und Initiativen aus der CSP-Kultur:
| Was wir tun | Warum wir es tun |
| Check-ins zu Beginn unserer Circle-Meetings | Verbindung schaffen, Emotionen zulassen |
| Transparente Rollen im Circle (via Holaspirit) | Verantwortung und Kompetenzen sichtbar machen, Klarheit schaffen |
| Götti-Programm für Neue | Reflexion fördern, Entwicklung begleiten |
| Partys und Events | Gemeinschaft und Vertrauen stärken |
| Mentoren-Programm | Entwicklung fördern, Vorbilder schaffen |
| Unit People and Culture | Strukturelle Verankerung Candidate und Employee Experience |
| Meetings mit Extra-Fragerunden und Check-outs | Raum für Perspektiven und Gefühle schaffen |
| Newbies Aperos während dem ersten Jahr | Gemeinschaft schaffen, willkommen heissen |
Wenn der Wald zum Dialograum wird
Ein besonders eindrücklicher Moment war unser Circle Pulse-Workshop im Wald. Umgeben von Waldgeräuschen sprachen wir über das Leben: über Wurzeln, die Halt geben. Über Wachstum, das nicht immer leicht ist. Und über Windbruch – die Momente, in denen etwas in uns nachgibt. Die Natur war mehr als Kulisse. Sie war Resonanzraum. Die Gespräche wurden langsamer, echter. Man öffnete sich psychologisch. Neue Verbindungen entstanden. So entsteht psychologische Sicherheit: durch Orte, an denen wir Mensch sein dürfen.
Mut braucht Sicherheit
Mut beginnt oft leise: Wenn jemand sagt, «Ich brauche Unterstützung». Oder: «Ich sehe etwas anders, und möchte das einbringen.» Mut bedeutet, sich zu zeigen, auch wenn es unbequem ist, Feedback zu geben, Fragen zu stellen oder Emotionen zu zeigen. In anderen Organisationen gelten solche Gesten oft als Schwäche. Bei CSP sehen wir darin unsere Stärke.
Denn ohne psychologische Sicherheit bleibt Mut Theorie. Erst wenn ich weiss, dass mein Beitrag willkommen ist, dass Fehler nicht abgestraft, sondern als Lernmöglichkeit gesehen werden, kann ich mutig sein.
Warum wir dranbleiben
Psychologische Sicherheit entsteht nicht durch ein Statement auf der Website. Sie entsteht durch Alltag: durch Zuhören, durch Fragen, durch Haltung. Wir investieren darin. Strukturell – mit der Rolle POPS, aber auch mit diversen Gefässen. Kulturell – mit einem guten Nährboden, den wir kontinuierlich bewirtschaften und der Entwicklung möglich macht. Und menschlich – mit Kollegen, die offen sind, sich einbringen und andere ermutigen.
CSP ist eine geführte Selbstorganisation. Das heisst auch: Wir brauchen Menschen, die sich sicher genug fühlen, Verantwortung zu übernehmen, eine Rolle auszuführen, eigene Ideen zu vertreten. Sicherheit ist die Basis für Zusammenarbeit. Für Entwicklung. Für Wandel.
Und genau deshalb ist psychologische Sicherheit bei CSP weit mehr als ein Buzzword. Sie ist unser Fundament. Unsere Haltung. Und unser Versprechen aneinander.