8. September 2022

Rohrpostanlagen sind ein Relikt aus einer Zeit vor der Digitalisierung, aber funktionieren unsere Spitäler ohne sie?

Verfasst von: Manuela Fürer
  • Die in den Spitäler ehemals als Aktenrohrpostanlage eingeführte Installation, ist in der heutigen digitalen Zeit überflüssig. Ist das so?
  • Daten und deren Verarbeitungsprozesse lassen sich digitalisieren. Mit dem für die Verarbeitung von Probenmaterial heute etablierten Technologiestandard, stellen Rohrpostanlagen nach wie vor eine wichtige Lebensader im Spitalalltag dar.  

Die Rohrpostanlagen werden seit Jahrzehnten mit den geläufigen Durchmessern von 110 und 160 Millimeter, nebst vielen anderen Geschäftsbereichen, auch in der Spitalwelt betrieben. Verschiedene Hersteller teilen sich diesen Markt untereinander auf.

Ähnlich wie beim Verkehrsfluss im Strassenbau, hängt die Güte des Durchsatzes einer Rohrpostanlage von der Auslegung des Rohrsystems ab. Die dazwischen verorteten Rohrpostzentralen regeln die Verteilung des «Verkehrs» der jeweiligen Sendungen. Ist ein Abschnitt infolge einer Störung oder Unterhaltsarbeiten ausser Betrieb, helfen Bypässe diesen Abschnitt zu umgehen, um den Betrieb in den nicht betroffenen Bereichen weiterhin aufrecht zu erhalten. Besonders bei einem hohen Aufkommen von Sendevorgängen ist dies ein entscheidender Vorteil, um den Durchsatz der Anlage hochhalten zu können, die an das Labor adressiert sind. Speziell in den Morgenstunden stehen auf den Bettenstationen ein hohe Anzahl an Proben an, um die Resultate für die spätere Arztvisite zur Verfügung zu haben. Weitere, unterschiedlich ausgeprägte Peaks im Verlaufe des Tages sind abhängig von der Spezialisierung des Spitals und der Auslegung des Systems.

Die entstehenden Höchstwerte in der Auslastung des Systems sind nicht unerheblich und im Störungsfall sind sie ein grosses Hindernis für viele interne Prozesse.

Gewebeproben aus dem laufenden OP-Betrieb, die dann für den Schnellschnitt in die Pathologie müssen, bedürfen im Störungsfall eines Eilauftrages durch Botengänge. Das ist sehr aufwendig und bindet wichtige Ressourcen.

Für den Versandtyp «Entnahmeröhrchen» gibt es mittlerweile eine spannende Alternative aus Dänemark. Durch diese kann ein bestehendes Rohrpostsystem nicht nur entlastet, sondern unter Umständen auch auf aufwendige Ausbauten des bestehenden Systems verzichtet werden. Daneben entfallen die vielen manuellen Tätigkeiten des Ein- und Auspackens der Entnahmeröhrchen bei den Absendern und Empfängern.

Jede technische Installation bringt auch einen Unterhalt und die damit verbundenen Ausfälle mit sich. Eine Analyse der Installation, mit den sich daraus ergebenden Optimierungsmöglichkeiten, kann hier in vielerlei Hinsicht interessante Möglichkeiten aufzeigen.

Digitale Prozesse sind aufgrund der zunehmenden Wichtigkeit gut abgesichert. Beim physischen Logistikprozess «Rohrpostanlage» kann durch eine gut ausgelegte und parametrisierte Anlage viel berücksichtigt werden. Mit den sich bietenden Alternativen stehen neue Möglichkeiten zur Verfügung, die mehr als nur eine Fall-back Lösung sind!

Mit den verfügbaren Identifikationssystemen, die längst mit HID- und RFID-Technologien umgehen können, sind die kontrollierte Beladung und Entnahme von Sendungen durch das Personal gewährleistet. Eine lückenlose Dokumentation der Transporte ist somit möglich. Für eine allfällige Zertifizierung einer Unternehmung ist dies ein wichtiger Vorteil. Durch den Einsatz von «Open Platform Communications» (OPC) ist die Ausgabe in einem unbegrenzten Bereich von Ausgabegeräten möglich.

Den stetig zunehmenden Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen wird dadurch gebührend Rechnung getragen.

Sie betreiben eine Rohrpostanlage, die in die Jahre gekommen ist und stellen Gedanken an, diese zu modernisieren oder auszubauen? Wir unterstützen Sie gerne mit unserem Know-how in der Analyse des bestehenden Systems. Eine allfällige Ersatz-, Erweiterungs- oder Neubeschaffung können wir mit Ihnen kompetent angehen und bieten Hand für eine Umsetzung aus einem Guss.

 

 

 

 

 

 

Abbildung: Bild eines Rohrpostverteilers