Gerichte erfüllen eine besondere Aufgabe in der Schweiz: Sie sichern die Durchsetzung der Rechtsordnung und stärken das Vertrauen in den Rechtsstaat. Heute stehen sie vor einer Vielzahl von organisatorischen Herausforderungen wie steigenden Fallzahlen, wachsenden Erwartungen an Effizienz und Transparenz sowie vor der zunehmenden Komplexität von Verfahren. Gleichzeitig müssen Veränderungen so gestaltet werden, dass die richterliche Unabhängigkeit gewahrt bleibt.
Das Kantonsgericht Luzern hat diese Herausforderung aktiv angepackt. Gemeinsam mit der CSP wurde die Organisation umfassend analysiert, eine Strategie erarbeitet und eine Grundlage für die zukünftige Weiterentwicklung geschaffen.
Ganzheitliche Weiterentwicklung im laufenden Betrieb
Das Kantonsgericht Luzern stellte sich im Rahmen des Projekts Fragen, die viele Kantonsgerichte beschäftigen:
- Wie lassen sich Abläufe effizient gestalten, ohne die Qualität der Rechtsprechung zu beeinträchtigen?
- Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen und Funktionen weiter verbessert werden?
- Wie können Rollen, Verantwortlichkeiten und Führungsmechanismen klarer definiert werden?
- Wie lässt sich Transparenz über Arbeitslast, Fallbearbeitung und Zielerreichung schaffen?
- Wie kann eine gemeinsame Gerichtskultur über Abteilungen hinweg gestärkt werden?
Um diese Fragen fundiert zu beantworten, führte das Kantonsgericht Luzern gemeinsam mit der CSP eine Organisationsanalyse durch. Diese zeigte, dass das Kantonsgericht Luzern über eine stabile organisatorische Grundlage und kompetente, engagierte Mitarbeitende verfügt. Gleichzeitig wurden Massnahmen identifiziert und in einer Umsetzungsroadmap zeitlich priorisiert, um Zusammenarbeit, Steuerung und organisatorische Rahmenbedingungen gezielt weiterzuentwickeln.
Strategie gemeinsam verankern
Auf Basis der Organisationsanalyse erarbeitete die CSP gemeinsam mit der Geschäftsleitung in mehreren Workshops die strategische Grundlage für eine gemeinsame Ausrichtung und die zukünftige Entwicklung des Kantonsgerichts Luzern. Dabei wurden zentrale Elemente definiert, darunter ein gemeinsames Verständnis von Auftrag und Rolle des Gerichts, Werte für die Zusammenarbeit, eine Vision, Mission und ein Zielbild sowie strategische Handlungsfelder und ein strukturierter Zielsetzungsprozess.
Der Zielsetzungsprozess sorgt dafür, dass die Strategie nicht abstrakt bleibt, sondern im Arbeitsalltag wirksam wird. So entsteht eine klare Verbindung zwischen strategischer Ausrichtung und operativer Arbeit. Gleichzeitig schafft der Prozess Transparenz über Prioritäten und Fortschritte und unterstützt die Abteilungen dabei, ihre Beiträge zur gemeinsamen Weiterentwicklung des Kantonsgerichts Luzern sichtbar und nachvollziehbar zu gestalten.
Praxisimpulse aus dem Projekt
Durch das Projekt verfügt das Kantonsgericht Luzern heute über:
- Eine gemeinsame strategische Grundlage
- Klar definierte Werte und Leitprinzipien
- Strategische Handlungsfelder für die nächsten Jahre
- Einen strukturierten Zielsetzungsprozess von der Gesamtorganisation über die Abteilungen bis zum Individuum
- Eine konkrete Umsetzungsroadmap auf Basis der Organisationsanalyse
Viele Gerichte in der Schweiz stehen vor ähnlichen Fragen: Wie lassen sich steigende Fallzahlen organisatorisch bewältigen? Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen verbessert werden? Wie lassen sich strategische Ziele definieren, ohne die richterliche Unabhängigkeit zu gefährden? Und wie kann die Justiz den steigenden Anforderungen der Digitalisierung (z.B. Justitia 4.0 oder BEKJ) gerecht werden?
Die Erfahrung aus Luzern zeigt: Organisationsentwicklung in der Justiz gelingt besonders dann, wenn Analyse, Dialog und Strategieentwicklung zusammen gedacht werden. Mit einem klaren Fokus auf das Schweizer Justizumfeld begleitet die CSP Gerichte und gerichtsnahe Institutionen bei strategischer, organisatorischer und operativer Weiterentwicklung – praxisnah, strukturiert und mit einem feinen Gespür für die besonderen Rahmenbedingungen der Justiz. Erfahren Sie mehr unter https://www.csp-ag.ch/justiz/.