Kernprozesse und Systeme | 26. November 2020

Verfasst von: Myrtha Dick

Wissen wandelt sich im Zuge der Megatrends Digitalisierung und Globalisierung immer stärker zum strategischen Wettbewerbsfaktor für Unternehmen. Umso erstaunlicher ist es für mich im Austausch mit Kunden, Studierenden, aber auch aufgrund eigener Erfahrungen immer wieder festzustellen, dass nur ein Bruchteil der Organisationen Knowledge Management aktiv bewirtschaften.

Jeder Mensch verfügt über individuelles Wissen, welches aus impliziten und expliziten Formen besteht. Dieses Wissen wird im Arbeitsumfeld nur dann nutzbar, wenn es innerhalb sich vergrössernder Interaktionsgemeinschaften (Arbeitskollegen, Team, Abteilung, Unternehmen) von individuellem zu kollektivem Wissen transformiert. Die sich dabei entfaltende Wissensspirale zieht immer grössere Kreise und führt zu einem umfangreichen und sich stetig erneuernden Wissensbestand.

Eine Vielzahl von Barrieren behindert heute jedoch die positive Wirkung von Knowledge Management und damit die Produktion kollektiven Wissens innerhalb von Organisationen. In einem Unternehmen, das strenge Hierarchien fördert, starre Denkmuster begünstigt und gleichzeitig Informations- und Kommunikationsflüsse störungsanfällig gestaltet, kann keine Kultur für Wissensaustausch entstehen. Organisationen, die keine Geschäftsprozesse im Umgang mit Personalfluktuation implementieren, verpassen die Chance aktiv Wissensbewahrung zu betreiben und riskieren den Verlust erfolgskritischen Unternehmenswissens. Inkonsistente und schlecht verfügbare Daten sowie nicht auffindbare Informationen und drastische Zugriffsberechtigungen, behindern heute in vielen Unternehmen die Wissensverteilung und -nutzung, was zu unbrauchbaren Wissensbeständen führt.

Die gute Nachricht ist – Sie können Knowledge Management mit einfachen Mitteln fördern und diese Barrieren einreissen. Meine wichtigste Botschaft dazu: Wissens braucht Raum und Sichtbarkeit, um nutzbar zu werden!

  • Definieren Sie Wissensziele und schaffen Sie so strategische Vorgaben zur Verankerung von Knowledge Management.
  • Schaffen Sie Kontakt unter Ihren Mitarbeitenden in unterschiedlichsten team- und abteilungsübergreifenden Konstellationen.
  • Identifizieren Sie die Wissensträger und das wettbewerbsrelevante Wissen innerhalb Ihrer Organisation.
  • Schaffen Sie Orte und Begegnungszonen, die zum Austausch einladen, wichtig: grenzen Sie diese Plätze klar von Arbeitszonen ab.
  • Implementieren Sie Knowledge Management als feste Grösse in den Geschäftsprozessen Ihrer Organisation.
  • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Teilen Sie Ihr Wissen und entdecken Sie die Freude an der eigenen Horizonterweiterung und dem gegenseitigen voneinander Lernen – Sie und Ihre Organisation können nur gewinnen.

Legen Sie mit einem der oben genannten Schritte den Grundstein zur einer veränderten Unternehmenskultur – und machen Sie Ihre Organisation fit für die Herausforderungen der Zukunft.